Halluzinationen erkennen – Drei Prüffragen, bevor Sie eine KI-Antwort übernehmen
Kategorie: KI-Praxis & Prompts · Lesezeit: ca. 4 Minuten
Große Sprachmodelle (LLMs) sind darauf trainiert, plausible Wortfolgen zu generieren – nicht primär darauf, die Wahrheit zu sagen. Sie sprechen mit beeindruckender Überzeugung, auch wenn sie Fakten frei erfinden. Im Fachjargon nennt man das Halluzination. Im Behörden- und Unternehmensalltag können solche Fehler teuer werden – von falschen Rechtsgrundlagen bis zu fehlerhaften Zahlen im Bericht. Drei praxiserprobte Prüffragen aus dem Buch „Der KI-Kompass für den Büroalltag“:
1. Gibt es konkrete Zahlen, Daten oder Paragraphen? Je spezifischer eine Angabe ist (ein Urteil, ein Gesetz, eine Prozentzahl), desto höher das Risiko einer Halluzination. Praxis-Regel: Vertrauen Sie keinen Paragraphen, die die KI ohne Beleg nennt. Nutzen Sie Prompts wie „Gib nur Fakten an, die du direkt aus dem folgenden Quelltext belegen kannst. Wenn du etwas nicht weißt, antworte mit ‚Nicht im Text enthalten‘.“
2. Klingt der Tonfall verdächtig „perfekt“? KI-Halluzinationen tarnen sich oft durch besonders geschmeidigen Stil. Wirkt ein Argument extrem glatt, bleibt aber bei genauerem Hinsehen schwammig, hat das Modell eine Wissenslücke rhetorisch aufgefüllt. Praxis-Regel: Bitten Sie die KI um Gegenargumente – „Welche Annahmen in deinem Text könnten falsch sein?“
3. Wer haftet, wenn die Aussage falsch ist? Das ist die wichtigste Frage. Nicht die KI unterschreibt den Bericht, den Antrag oder die Mail – sondern Sie. Praxis-Regel: Nutzen Sie das KI-Ergebnis nie als Endprodukt, sondern als ersten Entwurf. Der finale Blick muss immer menschlich bleiben.
Fazit: Halluzinationen sind kein Grund, KI nicht zu nutzen. Sie sind der Beweis, dass menschliche Expertise und wache Präsenz am Arbeitsplatz unersetzlich bleiben.
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